Der Krampus Das ursprüngliche Motiv in den Vorgängen am Vorabend des 6. Dezembers lag in dem heidnischen Glauben, wonach im Frühwinter mancherlei Geister der Finsternis und des Frostes die Menschen bedrohen. Aussehen, Maske: Fein geschnitzt, mit menschlichen Zügen (ein Gesicht). Dadurch zeigt er, dass er vom Menschen geschaffen wurde und von ihm abstammt. Es wurden ihm jedoch tierische Attribute, wie Fang- oder Reißzähne, die spitzen Ohren der Fledermaus, teilweise Katzenaugen verliehen, die jedoch alle eine eigene Bedeutung hatten. Somit verarbeitete die Bevölkerung der damaligen Zeit ihre Urängste und übertrug sie auf den unsichtbaren Feind. a. Fang- oder Reißzähne: Sie sollten die Gefährlichkeit dieser Figur zeigen, denn gefletschte Zähne sind ein Zeichen für enorme Gefahr b. Fledermausohren: Sie bedeuteten dass diese Figur nicht greifbar ist, das kleinste Geräusch hört und sehr böse ist. (Es gibt überlieferte Darstellungen aus dem frühen Mittelalter in denen der Teufel mit Fledermausflügeln abgebildet ist) c. Katzenaugen: Sie zeigten die beinahe unheimliche Sehfähigkeit dieser Figuren auch bei Dunkelheit Fell und Ausstattung: Das Fell soll von einer Geißenart stammen um das Bockige, Aufsässige bzw. Unbeugsame des Krampusses darzustellen. Behörnung ebenfalls von Ziegenböcken. (Antilopen, Kudos, Springböcke, Hochlandrinder, und dergleichen wären nicht zulässig, werden aber heutzutage gern verwendet, da sie durch ihre enorme Größe äußerst spektakulär aussehen) Die Krampusrute ist richtig dargestellt wenn Birkenzweige verwendet wurden und sie mit einem roten Schnürband gebunden ist. (Die Birkenzweige symbolisieren das schlafende bzw. wiedererwachende Leben und das rote Schnürband versinnbildlicht die Farbe des Blutes) Die Berührung mit der Rute bedeutete somit den Wunsch nach Glück und Fruchtbarkeit. Ebenso hatten es die Bauern gern, wenn die Krampusse mit gesenkten Ruten über die Felder liefen und dadurch böse Geister von ihrem Besitz fernhielten. Dies wiederum ließ auf eine gute Ernte im darauffolgenden Jahr hoffen. Der Percht Perchten in ihrer ursprünglichen Form sind äußerst selten geworden und vielerorts bereits verschwunden. Sie sind die Vorläufer des Krampusses und Relikte längst vergangener Naturreligionen und somit absolut heidnischen Ursprunges. Funde früher Felszeichnungen, die einen kultischen Kopfschmuck darstellen ähneln verblüffend den Masken von Tiroler Schemenläufern (Perchten). Da die kath. Kirche jedoch heidnische Figuren nicht brauchen konnte wurden ihnen immer mehr teuflische Fähigkeiten angedichtet bis sie schließlich als die Teufelsknechte schlechthin bezeichnet wurden. Sie waren ursprünglich ein Symbol für die unbändige Kraft der Natur, somit extrem gefährlich und unkontrollierbar. Ihr Ursprung liegt im Tierreich, was sie durch ihre Namensverwandtschaft mit dem Wort "Bär" zeigen, er ist jedoch nicht genau festzustellen, dürfte aber auf eine Zeit zurückgehen als die Menschen sich noch Götzen schufen, die sie verehrten und fürchteten. In dem Wort „Percht“ ergibt sich eine Verschmelzung von zwei Bedeutungen. Einerseits bedeutet es bärtig, zottelig oder haarig, andererseits schön bzw. glänzend. Aufgrund dieses Umstandes sind "Schiach-" und "Schönperchten" (Glöckler) entstanden. Der erste überlieferte Unhold ist eine weibliche Gestalt, die als die germanisch, keltische Göttin „Perchta, Berechta, Pechtra, Perscht, usw.“ definiert ist. So schillernd, wie ihr Name ist ihr Wesen. Halb Mensch, halb Dämon, ist sie einmal schön, feenhaft und glückbringend, öfter aber böse, tückisch und hässlich. Ein zerlumptes altes Weib mit wirrem Haar, einem Schlapphut und einer spitzen langen Nase, das man fürchten muss. Sie ist bewaffnet mit einem Besen, einer riesigen Schere oder einer Mistgabel. Es ist eine Sage überliefert, wo sie als Tochter des Herodes beschrieben wird, die zur Strafe dafür, dass sie das Haupt des Johannes verlangt hatte, in die Frau Percht verwandelt wurde. Hier ist eindeutig der Versuch der kath. Kirche ersichtlich, heidnischen Ursprüngen einen christlichen Anstrich zu geben. Aussehen, Maske: Holzgeschnitzt, mit groben menschlichen Zügen, langen, unförmigen Zähnen oder Schäbeln und mehreren Hörnerpaaren. Fell und Ausstattung Das Fell hell, gefleckt, wie in der Natur vorkommend. Schellen, die wie der Perdeschweif ebenfalls das Teuflische symbolisieren. Die Perchten waren und sind noch immer wilde Gesellen. Früher kam es oft zu wüsten Raufereien, wenn etwa Perchten aus verschiedenen Dörfern oder Zügen aufeinander trafen, oder wenn sich ein Percht in einen fremden Zug schmuggelte; der Betreffende riskierte für den leibhaftigen Teufel gehalten und erschlagen zu werden. Es gibt einen belegten Fall, dass dies tatsächlich passiert ist. Man kann dieses Verhalten noch heute in den sogenannten „Kometkämpfen“ sehen, die jedoch nur mehr spielerisch die gegenseitige Stärke andeuten sollen. Wer im Perchtengewand mit der Teufelsmaske um`s Leben kam, dem war ein christliches Begräbnis verwehrt und es kam mehrfach dazu, dass die betreffenden, verstorbenen Perchtenläufer im Wald verscharrt wurden. Da es nicht immer mit rechten Dingen zuging und zu extremen Ausschreitungen kam, geht auch daraus hervor, dass die Bischöfe immer wieder versuchten das Perchtenlaufen zu verbieten. Aus einem Hofgerichtsbefehl aus dem Jahre 1730 in der Erzdiözese Salzburg ersieht man dieses Verbot und begründete dies im Urteil: „Damit die Schranken christlicher Zucht, Ordnung und Ehrbarkeit nicht überschritten werden.“ Das das jedoch nichts bewirkte zeigt eine Akte aus dem Bistum Salzburg im Jahre 1763, wo ein gewisser Peter Kalsleitner aus der Gegend von Radstadt „zur Strafe wegen verbotenem Perchtenlaufens“ zum Militär einrücken musste. Die Perchten waren in sämtlichen vier Rauhnächten unterwegs, wobei in der letzten Forstrauhnacht am 5. Jänner ihr letztes Erscheinen war. Zu ihrer Vertreibung wurden Schreckgestalten auf den Weg geschickt, die durch ihr Aussehen und ihre Lärmentwicklung den Kampf gegen dieunsichtbaren Mächte aufnahmen. Diese durchwegs „dunklen“ Gestalten sind die Vorläufer des heutigen Krampus. Der hl. Nikolaus Man vermutet, dass sich hinter seinem Namen und seiner Gestalt zwei Persönlichkeiten verbergen: ein Bischof von Myra in Kleinasien (um 300) und ein Abt Nikolaus von Sion, der Bischof von Pinora war und am 10. Dezember 564 starb. Aus der Gleichsetzung dieser beiden Heiligen erwuchs offenbar die Gestalt des wundertätigen Bischofs Nikolaus von Myra, dessen Kult zwischen dem 6. und 9. Jahrhundert im byzantinischen Reich eine große Rolle spielte. Seinen Ruf als besonders wirksamer Nothelfer verdankte der hl. Nikolaus vor allem der Wundertat von der Errettung dreier unschuldig verurteilter Feldherren vor deren geplanter Hinrichtung. Man sah in der Gestalt des hl. Nikolaus einen >Hyper-Hagios< den hl. Retter schlechthin, der ungerechtfertigt Verurteilte und Gefangene befreite, aus Todesgefahr erlöste und ebenso bei Armut, wie bei jeder anderen Not helfe. Er ist nach dem hl. Martin am 5. November der zweite Lichtbote in der vorweihnachtlichen Adventzeit Die Prüfung des Nikolaus Nachdem zu Beginn des 17 Jhd. die Evangelisten damit begonnen hatten, in der Adventzeit durch Spiele mit dem Christkind – das gewöhnlich durch einen Erwachsenen, meist eine junge Frau dargestellt wurde – die Religionskenntnisse der Kinder zu überprüfen, antwortete die katholische Kirche damit, dass sie die Belohnungen, die vom hl. Nikolaus erwartet wurden, prinzipiell von einer bräuchlich vollzogenen Prüfung der entsprechenden Kenntnisse in den Grundlehren des katholischen Glaubens abhängig machte. Seit dem frühen 17. Jahrhundert trat der Nikolaus mit seinen Begleitern, Engeln und Teufeln auf um diese Prüfung vorzunehmen. Es lassen sich auch sämtliche Krampusspiele, die einem historischen Ursprung nach überliefert wurden, auf diese Epoche zurückverfolgen.